Leipzig, 02. Mai UT Connewitz

Mit den Worten von Felix: „Ein Abend des Wahnsinns“

„Wir wandern unser Leben lang durch Flughäfen und Fußwege, im Auto, einem Traum und in der Bahn…“

Freitag, 02 Mai. Nach dem vorabendlichen Konzert in Zwickau starte ich von dort am Freitagvormittag Richtung Leipzig. Völlig unpassend zu meiner Vorfreude auf den kommenden Abend zeigt sich das Wetter kalt und mit heftigem Regen. Aber im Auto trägt mich bereits „der Wind davon“. Immer weiter Richtung Leipzig, vorbei an herrlichen tiefgelben Rapsfeldern.

Ich nutze meinen Urlaubstag um mir die Stadt etwas genauer zu betrachten und nutze dazu eine ausgiebige Stadtrundfahrt. Am späteren Nachmittag lande ich in einem Café um mich mit Tee wieder aufzuwärmen. Immer halte ich die Fußgängerzone im Auge, in stiller Hoffnung auf einen Spontanauftritt von Felix und seiner Band. Aber das Tour-Programm der nächsten Tage ist straff und der Regen will nicht aufhören.

Mit einer großen Pizzabrezel im Bauch geht es gegen 19Uhr los in Richtung Connewitz. Schon auf der Straße entdecke ich den großen schwarzen Tourbus der Band mit verdunkelten Scheiben. Am Eingang prangert groß das Plakat mit der Querschrift „AUSVERKAUFT“. Wahnsinn – und das ist nicht das einzige Konzert!

Vor 2 Jahren noch relativ unbekannt und plötzlich eine Band, bei der man sich Karten im Vorfeld sichern muss. Im Internet wird immer noch nach zu vergebenen Eintrittskarten gesucht. Unglaublich. Der Konzertraum mit sehr hoher Decke erinnert an ein Theater ohne Sitzplätze. Eine Empore ist sichtbar.

Alles ist schwach beleuchtet, nahezu schwarz. Plätze in der ersten Reihe werden bereits belagert. Fast pünktlich betreten an diesem Abend die Jungs die Bühne – zunächst im Film, später natürlich live.

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Mittendrin in dieser tobenden Menge staune ich über diese Begeisterungsstürme des Publikums. Die Stimmung ist so ausgelassen wie bei einem Popkonzert. Es wird teilweise dazwischengerufen, gejubelt und gegrölt. Die Masse ist begeistert.

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Was am Vorabend in Zwickau noch den Anmut eines feierlichen, nicht minder schönen Konzerts hatte, nahm an diesem Abend eine Dimension an, die der Band einen frenetischen Applaus zukommen ließ, den man sonst nur von entsprechenden Popgrößen kennt.

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Von der Straße in die Herzen der Menschen gespielt. Und die Band feierte nicht minder. Das Klaviersolo von Johannes bei „Artischockenherzensuppe“ kommt mir ultralang vor und erntet starken Applaus.

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Auch der Auftritt des Gastmusikers mit der Mundharmonika wird vom Publikum gefeiert. Das Publikum brilliert durch Textsicherheit, was die Liebe zu den Songs und den Inhalten sehr gut wiederspiegelt.

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Tja, ein wenig Wehmut blieb zurück, als sich metaphorisch gesprochen, „der Vorhang schloss“, der zur Kulisse durchaus gepasst hätte.

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Ein Blick auf die Uhr lässt mich staunen, wie schnell die Zeit, der Abend vergangen ist. Das Gefühl, das bleibt: Weiterzureisen, zu den nächsten Konzerten. Immer auf der Spur dieser wundervollen Musik, bis es heißt: “…es wäre gut mal wieder mal nach Haus zu fahren…

Bericht und Fotos: Bettina John

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